Loading...
Loading...

Reporting from the Front: Vorstellung der 15. Intern. Architektur-Biennale in Venedig

Home / Hotspot / Reporting from the Front: Vorstellung der 15. Intern. Architektur-Biennale in Venedig

Reporting from the Front: Vorstellung der 15. Intern. Architektur-Biennale in Venedig

Um die „Qualität des Besuchs“ soll es gehen – darum, dass wir Dinge einfordern, betont Alejandro Aravena während der heutigen PK zur 15. Internationalen Architekturausstellung in Venedig 2016.

Im blauen Festsaal der Italienischen Botschaft in Berlin begrüßten der Präsident der Stiftung La Biennale di Venezia, Paolo Baratta, und der Kurator der diesjährigen Architektur-Biennale, Alejandro Aravena, geladene Journalisten.

„Wir haben ein Zeitalter der Angst hinter uns und dieses noch nicht verlassen, aber wir haben die Kunst und Kultur, die Gegenwart zu meistern.“ Und weiter wünscht sich Paolo Baratta, dass die Ruinen der Vergangenheit (eine Referenz auf das Bild der letzten Kunst-Biennale ‚Angelus Novus’, Paul Klee/Walter Benjamin) ebenso überwunden werden wie die ‚Abwesenheit von Architektur’. Denn Architekturabwesenheit bedeute immer, dass wir abwesend seien, so Baratta.

Die Architektur-Biennale, zu deren Bedeutung es viele Ansätze und Ideen gibt, widmet sich dem öffentlichen Publikum, nicht nur Fachleuten. Sie rührt von der Kunstausstellung und möchte darüber hinauswachsen, auf die städtebaulichen Möglichkeiten eingehen, um den Raum, in dem wir leben, zu verbessern. Einer der Gründe, warum Alejandro Aravena die Biennale kuratieren sollte. „Eben diesen Orten, in denen wir leben, eine Gestalt zu verleihen, das bedeutet Architektur“, übernimmt der charismatische Kurator das Wort. Im Laufe der Ausführungen und in der anschließenden Diskussion wird klar: Es ist kompliziert. „Je höher die Komplexität, desto wichtiger wird die Verknappung.“ Aravena legt dar, wie versucht wurde, den Bewerbern zu entlocken, warum sie mit ihrem Beitrag teilnehmen sollten: „Say it simple – write it short –draw it in 2 seconds“ bedeutete der Spielball.
„Do-tank statt think-tank“ ist Aravenas Devise, auch in Bezug auf den sozialen Wohnungsbau. Die Biennale lädt alle ein, sich mit den Architekten hinter den Projekten auszutauschen, will Menschen mit gleicher Herangehensweise zusammenbringen und neue Impulse diskutieren. Wir bleiben weiterhin gespannt auf die 64 Pavillons (61 Länder plus 3 Sonderprojekte), da heute zur Ausstellung selbst keine Frage gestellt wurde.

Das Verspechen von Aravena klingt optimistisch: „Während anderswo empfohlen wird, es zu Hause nicht nachzumachen, wünschen wir uns, dass die Besucher unbedingt etwas mitnehmen und versuchen, Ideen der Aussteller in ihrer Heimat nachzubauen!“ Hierfür soll das „Zeitgespräch“, wie Aravena die umfassende Debatte nennt, alle Dimensionen (kulturelle, politische und ökonomische) integrieren, will die offenen Aufgabenstellungen an die Architektur und Teile der ‚Lebensenergie der Pavillons’ transportieren. Das heißt, Architektur nicht als isoliertes Phänomen und nur Ausdruck eines formellen Stils zu sehen, sondern als ‚humanistisches Instrument’ zu nutzen, um bewusst öffentliche Güter für Gemeinschaften zu realisieren, in denen nicht der ‚Genuss eines Einzelnen den Genuss anderer einschränkt’.

Das genau will auch der Titel der Ausstellung ankündigen: „Reporting from the Front“ – ein Frontbericht.

Das Bild der Ausstellung von Maria Reiche hat Aravena seit über 20 Jahren im Kopf und jetzt passt es hierfür perfekt: Die Frau auf der Leiter vergrößert ihren Blickwinkel durch den Abstand zum Erdboden, ohne jedoch diese –wenn auch steinige- Basis zu zerstören.  Veränderung des Status quo zunächst durch Bescheidenheit und Schlichtheit des Mittels…

Kurz umrissen haben Peter Schmal und Oliver Elser (beide: DAM) den deutschen Beitrag: „Making Heimat. Germany, Arrival Country“, der ausführlich am 10. März in München vorgestellt wird. Wie Architektur Heimat schaffen kann, thematisiert die Präsentation „Making Heimat“ und schaut auf konkrete Modelle der aktuellen Situation. „Arrival City“, Flüchtlingsunterkünfte in Offenbach und Berlin-Lichtenberg: Wohnraum, Netzwerke und Perspektivwandel von Immigranten, die unter sich bleiben, rücken hier in den Fokus. Ausstellungsrealisierung: Something Fantastic, Berlin.

Weitergehende Informationen: http://www.labiennale.org

 

By Paul Klee - The Israel Museum, Jerusalem, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25188355

Peter Schmal und Oliver Elser

Alejandro Aravena

Kurator der 15. Architectur Biennale Venedig : Alejandro Aravena

Fotos:(c) Friedrich Zimmermann

Cover Foto (c) Bruce Chatwin

Comments(0)

Leave a Comment


×